Campingzelte – Darauf ist beim Kauf zu achten

Beim Kauf eines Campingzeltes sollte folgendes beachtet werden: Die Zeltform, das Platzangebot, die Stabilität, Wasserdichtigkeit und Gewicht. Nur wenn all diese Kriterien einer Überprüfung standhalten, wird man mit dem Kauf auf lange Sicht zufrieden sein können. Als erstes ist zu überlegen, welchen Platzbedarf man hat. Auch wenn bei Zelten meistens Personenzahlen genannt werden, so sagen diese wirklich nur aus wie viele Personen das Zelt aufnimmt, Stauräume für Gepäck sind nicht berücksichtigt. Vorteile bieten hier Zelte mit Apsis, im günstigsten Fall sogar mit zwei Vorzelten. Die Wahl der Zeltform ist also nicht zu vernachlässigen. Die meistens angebotenen Zelte sind das Tunnel- und das Kuppelzelt. Bei letzterem bilden zwei gekreuzte Gestängebögen das Basiszelt, der dritte Bogen errichtet die Apsiden. Dieser Typ Zelt ist besonders bei Camping-Neulingen beliebt, da er einfach aufzubauen ist, nur wenige Verankerungen braucht und sich auch für problematischere Böden eignet. Aus zwei hintereinander montierten Gestängebögen bildet sich dagegen die Basis für das Tunnelzelt, zusätzliche Stangen bilden das manchmal recht große Vorzelt, ein Pluspunkt für Reisende mit viel Gepäck wie zum Beispiel Einweggeschirr fürs Campen. Nachteil der Tunnel- und Kuppelzelte ist die recht hohe Windangriffsfläche, im Zusammenspiel mit geringer Stabilität durch die wenigen Gestängebögen. Die Windangriffsfläche kann lediglich durch einen Aufbau in Windrichtung optimiert werden, was oft nicht zu bewerkstelligen ist. Um diese Problematik zu umgehen, empfiehlt sich ein geodätisches Zelt, die Weiterentwicklung des Kuppelzeltes. Durch meistens vier mehrmals gekreuzte Stangen, entsteht eine höhere Wetterstabilität und oftmals mehr Bewegungsfreiheit im Inneren. Nachteil dieser Zeltart ist der höhere Arbeits- und Zeitaufwand beim Aufbau und das höhere Gewicht.

Die Wasserdichte ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale beim Zelt. Die angegebene Wassersäule zeigt an, welchen Wasserdruck das Außenzelt aushalten muss, bevor Nässe eintritt. Auch für den Zeltboden ist diese Angabe von großer Bedeutung, da durch das Gewicht das er aushalten muss ein höherer Wert erforderlich ist als im durchschnittlichen Campingbedarf. In Gegenden die regenintensiver sind, garantiert eine Wassersäule von 8000 - 10000 mm Trockenheit im Zeltinneren. Für Gegenden mit weniger Regen reicht eine Zeltboden-Wassersäule von 5000 mm, die Empfehlung für das Außenzelt liegt bei 3000 - 5000 mm. Zu beachten ist allerdings die straffe Spannung des Überzelts, Mulden und Falten sind zu vermeiden. Beim Zelt ist die Beschichtung für die Wasserdichtigkeit enorm wichtig. Dies hat allerdings einen Haken: Eine PU-Beschichtung wird mehrlagig aufgetragen, was dann allerdings die Reißfestigkeit des Gewebes nachteilig beeinflusst. Einem gerissenen Zelt nützt der beste Wassersäulenwert recht wenig. Eine sehr hochwertige, allerdings auch recht teure Beschichtung ist eine aus Silikon. Diese beeinflusst nicht die Gewebefestigkeit, lässt die UV-Beständigkeit steigen und Niederschläge perlen besser ab.

Die bereits besprochene Windfestigkeit wird nicht nur von der Zeltform beeinflusst sondern auch in erheblichem Maß vom Gestänge, welches das Zelt in Form halten muss. Den optimalen Kompromiss zwischen Stabilität und Flexibilität erreicht man mit einem Aluminium-Gestänge, auf Fiberglasgestänge sollte verzichtet werden, wegen der geringen Stabilität. Inzwischen sind auch hülsenlose Gestänge erhältlich, die die Schwachstellen der Gestängeverbindungen ausmerzen.

Der letzte Gedanke sollte dem Gewicht des Zeltes gelten. Wie z.B. bei Wanderschuhen das Gewicht eine wesentliche Rolle spielt, so spielt das Gewicht bei Zelten auch eine wichtige Rolle. Aber auch hier sind Kompromisse vonnöten, denn ein leichtgewichtiges Zelt ermöglicht zwar komfortables Tragen vor allem für Kinder, die ins Ferienlager mit ReiseMeise fahren, zeigt aber Minuspunkte bei Platz, Stabilität und Wasserdichte. Campingplätze Niedersachsen bieten wettergeschützte Plätze, wobei auf Wind- und Wasserfestigkeit beim Zeltkauf größtenteils kein besonderer Wert gelegt werden muss.

 S.S.