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Sansibar – Die Gewürzinsel im Indischen Ozean lockt mit traumhaften Sandstränden und bewegter Geschichte

Sansibar, ein wohlklingender Name, der Erholung und Urlaub verspricht: weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, Schnorcheltrips in die farbenfrohe Unterwasserwelt des Indischen Ozeans, Gewürztouren im tropischen Wald… Kurzum: eine Trauminsel 35 km vor der Küste Tansanias gelegen, deren Natur und Geschichte magische Anziehungskraft auf ihre Besucher ausübt. Viele kommen (immer) wieder, denn nicht umsonst verabschiedet man sich hier stets mit „Karibu tena“, „Seien Sie erneut willkommen!“.

Sansibar besteht genauer gesagt aus zwei Inseln, der Hauptinsel Unguja, die als das „eigentliche“ Sansibar bezeichnet wird, und der nördlichen Nachbarinsel Pemba. Hauptstadt Ungujas ist Zanzibar City mit dem arabisch geprägten Altstadtkern Stone Town, der im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Vor der Küste Sansibars liegen zudem viele kleine Inseln wie Chumbe Island, Prison Island oder Tumbatu, die ebenfalls zum Sansibar-Archipel gezählt werden, und die im Rahmen von Tagesausflügen erkundet werden können.

Sansibar ist, wie die gesamte Ostküste Afrikas zwischen dem südlichen Somalia und Mosambik einschließlich der vorgelagerten Inseln, durch die Swahilikultur geprägt. Diese stellt im Kern eine Bantukultur dar, wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte mit arabischen, indischen und europäischen Elementen angereichert.

Die ersten Insel“besucher“ kamen mit dem Monsunwind ab dem 8. Jahrhundert: Arabische und persische Händler, sowie Händler aus Westindien, die sich bald auch dauerhaft auf Sansibar ansiedelten und sich mit der Bantubevölkerung vermischten. Sie brachten den Islam mit, dem auch heute noch die Bevölkerungsmehrheit der Waswahili, so nennen sich die Bewohner der Swahiliküste, angehört. Zudem bildete sich Kiswahili als gemeinsame Sprache heraus, die aus einem Mix von Bantusprachen mit Arabisch, Persisch, Portugiesisch und Englisch hervorgegangen ist. Auch ein deutsches Wort hat Eingang in den Kiswahiliwortschatz gefunden: „Shule“ heißt – ganz einfach – „Schule“.

1499 kam ein weiterer wegweisender Besucher: Vasco da Gama, der berühmte portugiesische Seefahrer, machte auf dem Weg nach Indien in Sansibar Halt nachdem er bereits das Kap der Guten Hoffnung umsegelt hatte. Nach weiteren portugiesischen Expeditionen fiel Sansibar zu Beginn des 16. Jahrhunderts komplett unter die Herrschaft der Portugiesen, die zwei Jahrhunderte lang den gesamten Handel im Indischen Ozean kontrollieren sollten. Noch heute zeugen ihre Kanonen vor dem berühmtesten Haus Stone Towns, dem „House of Wonder“, von dieser Zeit. Warum „House of Wonders“? Es war das erste Gebäude Sansibars, das im 19. Jahrhundert mit Strom, und das erste Gebäude Ostafrikas, das mit einem Aufzug versehen wurde. Heute befindet sich darin ein Museum.

1698 geriet Sansibar unter arabische Herrschaft und wurde dem Omanischen Sultanat einverleibt. Der Sultan verlegte seinen Wohnsitz von Muskat nach Sansibar, wo zahlreiche Palastbauten (z. B. Sultanspalast in Stone Town, Chuini Palace) entstanden.
Die Insel wurde reich: Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Sansibar der wichtigste Elfenbein- und Sklavenumschlagsplatz Ostafrikas. Heute geben der ehemalige Sklavenmarkt vor der Anglikanischen Kirche in Stone Town, sowie die Sklavenhöhlen in Mangapwani an der Nordwestküste der Insel einen Eindruck von diesem traurigen Kapitel der Inselgeschichte. Die Sklaven wurden nicht nur nach Europa, in den Nahen Osten und nach Indien verschifft, sondern kamen auch auf den Nelkenplantagen der Insel selbst zum Einsatz. Die Gewürznelken begründeten den Ruf Sansibars als „Gewürzinsel“.

1890 geriet Sansibar unter britisches Protektorat und bildete fortan einen Teil des britischen Kolonialreiches. Die lokalen Eliten, Araber und Inder, blieben trotz britischer Oberherrschaft an der Macht. Unter dem Druck der Briten musste Sultan Bargash 1873 den Sklavenhandel offiziell aufgeben, ließ ihn aber inoffiziell bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiterlaufen.

1963 entließen die Briten Sansibar in die Unabhängigkeit. Ein Jahr später vereinigte sich die Insel mit dem ebenfalls von den Briten unabhängig gewordenem Festland „Tanganjika“ zu „Tansania“. Bis heute aber ist Sansibar ein halbautonomer Teilstaat Tansanias mit eigener Regierung, Parlament und Präsident geblieben.

Neben der bewegten Geschichte, die einen hier auf Schritt und Tritt begleitet, bietet Sansibar faszinierende Naturerlebnisse: Sei es ein Schnorcheltrip rund um die nordwestlich vorgelagerte Insel Mnemba, herrliche Sandstrände im nördlichen Nungwi und an der Ostküste, ein Sandbanktrip, ein Ausflug in den Jozani Forest mit seinen Roten Stummelaffen, eine Gewürztour oder ein Bootsausflug in Kizimkazi, auf dem man neben Delfinen hin- und herschippert. Es gibt viele gute Gründe der Insel einen Besuch abzustatten und in einer der schön an der Küste angelegten Lodges und Beach Ressorts zu entspannen. Oder gibt es keinen besseren Ort als sich am weißen Traumstrand von Sansibar das Ja-Wort zu geben oder seine Flitterwochen auf der Insel zu verbringen?

Die beste Reisezeit für Sansibar? Immer! Es herrschen ganzjährig Temperaturen um 30°C. Erfrischung verschafft häufig der Kaskazi, ein aus Nordost wehender Monsun. Zwischen März und Mai, sowie im November kann es allerdings recht feucht werden. Dann lassen die Schauer der großen Regenzeit (masika) und die der kleinen Regenzeit (vuli) die Pflanzenwelt der Insel in allen Farben aufblühen.

Und, wann planen Sie Ihren Trip nach Sansibar?


Früchte Sansibar

Sonnenuntergang Sansibar

Unterwasserwelt Sansibar

Segeln Sansibar

Sandbank Sansibar

Stadt auf Sansibar

Stadt auf Sansibar

Fotos: © Hakuna Matata Beach Lodge & Spa